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... von A - Z viele Infos rund um
Fasching ...
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Alaaf
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Beim Ausdruck "Alaaf" handelt es sich um einen
Kölner Hochruf, der heute ausschließlich mit der Karnevalszeit in
Verbindung gebracht wird - "Kölle alaaf!". Alaaf ist abgeleitet
von "all ab" und steht für vor allem anderen, womit zum Ausdruck
gebracht werden soll, dass man sich von allem anderen abhebt, von
dem nichts Gutes zu sagen ist. "Kölle alaaf" steht dementsprechend
für: Köln vor allen anderen Städten, es gibt nichts, was der Stadt
Köln vorzuziehen ist.
Wenn alaaf für eine einzelne Person oder eine einzelne Sache
verwendet wird, steht es zu Beginn: "Alaaf Käthchen!"
Es gibt Belege, dass in Köln Alaaf bereits im Jahr 1773 als
Hochruf oder Toastspruch verwendet wurde.
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Es kann aber auch darauf
zurückzuführen sein, dass vor der Fastenzeit in der Fastnacht gute
"Speis und Trank" aufgebraucht werden mussten ("all af" = "alles
weg").
Neben Köln verwenden auch einige andere Kommunen an Karneval
Alaaf - die bekannteste ist Aachen. Wo Alaaf als Karnevalsausruf
verbreitet ist, ist das Helau verpönt und umgekehrt
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Ahoi
Im Norddeutschen und teilweise in der
Pfalz / Kurpfalz, aber auch vereinzelt im badischen und Bayrischen
ruft man "Ahoi".
Der Ursprung liegt in der
Schifffahrt:
Die Mannschaft des Narrenschiffes im
Karnevalsumzug begrüßt das närrische Volk am Straßenrand mit "Ahoi"
und wird mit demselben Ruf zurückgegrüßt. |
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Altweiberfastnacht
Der Donnerstag vor
Aschermittwoch ist seit dem Mittelalter der Karnevalstag der
Frauen. - Damals wurden Sie vom Stadtrat zu Tanz und Festessen
eingeladen. Später wurde das Fest von den Frauen selber gestaltet.
Heutzutage wird das Rathaus gestürmt und der Stadtschlüssel wird vom
Bürgermeister an die Frauen übergeben, womit zum Ausdruck gebracht
werden soll, dass die Frauen an diesem Tag das "Regimenet"
übernehmen. Die Frauen ziehen verkleidet durch die Straßen und
schneiden den Männern die Krawatten ab. |
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Bütt / Büttenrede / Büttenredner
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Der Ausdruck Bütt oder auch Bütte beschreibt ein
offenes Fass und ist auf das Wort "butina" für Flasche, Gefäß
zurück. Im rheinischen Karneval wurde früher ein offenes Fass als
Kanzel für Redner verwendet. Deshalb spricht man auch heute noch
im Karneval von der Bütt, der Büttenrede und dem Büttenredner.
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Die Bütt ist quasi "närrisches
Hoheitsgebiet", auf dem der Vortragende die viel zitierte
Narrenfreiheit genießt, die ihm erlaubt, das sagen zu können, was
er sich sonst nicht zu sagen getraut. Die Büttenrede geht auf die
mittelalterliche Sitte des "Rügerechts" zurück, in dessen Rahmen
der einfache Mann zur Fastzeit die Herrschenden ungestraft
kritisieren durfte.
Der Büttenredner tritt meist in einer bestimmten Gestalt auf -
beliebt sind beispielsweise Gerichtsdiener oder Pfarrer. In seiner
Büttenrede erzählt er dann Kritisches oder Närrisches aus der
Perspektive der gewählten Figur. Ursprünglich waren Büttenreden
überwiegend politisch provokant, bissig und entlarvend, heutzutage
dienen sie mehr oder minder meistens der reinen Unterhaltung.
In der Regel waren und sind die Büttenredner Laien, die die Rede
unentgeltlich aus Spaß zur Freizeitgestaltung ausarbeiten und
vortragen. Bei den heute üblichen großen Karnevalssitzungen im
Rheinland, die auch im Fernsehen übertragen werden, gibt es jedoch
kaum noch kostenlose Amateur-Büttenredner.
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Elferrat
- Im rheinischen
Sitzungskarneval des 19. Jahrhunderts wurde der Elferrat
eingeführt, der das Tribunal der Jakobiner karikiert und dem
Narrengericht / Rügegericht vorsteht. Der Elferrat besteht wie der
Name sagt aus 11 Narren, wobei auch hier (wie beim Karnevalsbeginn
am 11.11. um 11.11 Uhr) die Bedeutung der Zahl Elf als Narrenzahl
eine Rolle bei der Entstehung gespielt hat.
- Der Elferrat ist "das Parlament"
des Narrenreiches. Die Wurzel des Elferrates sind in der Besetzung
der linksrheinischen Region durch Frankreich nach der franz.
Revolution zu suchen. Die Revolution hatte den Bürgern neue
Bürgerrechte gebracht, die in gewisse Redefreiheit und Gleichheit
der Bürger vor dem Gesetz beinhalteten. Mit der Niederlage
Napoleons hatte dies jedoch ein ende. In Mainz waren Preußen und
Österreich gemeinsam Militärmacht. Köln, die einst freie
kaiserliche Reichsstadt, kam ganz unter preußische Herrschaft. die
ihrer rechte beraubten Bürger interpretierten die Elf im Geiste
der franz. Revolution als Zahl, die die Gleichheit aller Menschen
versinnbildlicht, sozusagen eins neben eins. Der Elferrat verstand
sich in den Ursprüngen daher also als ein rat im
bürgerlich-demokratischen Geist, versteckt unter der Narrenkappe.
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Fasching
Im
bayerisch-österreichischen Raum und in Süddeutschland wird Fastnacht
/ Karneval mit dem Begriff Fasching bezeichnet. Im 13. Jahrhundert
gab es die Bezeichnungen "vaschanc" oder "vaschang". Mit "vastschanc"
wurde das Ausschenken des Fastentranks beschrieben. Daneben gibt es
Überlieferungen des Freudenrufs "Oho, vaschang!". Im 17. Jahrhundert
erfolgte eine Anpassung auf die Wörter mit -ing und aus "vaschang"
wurde "vasching
Ursprünglich handelte es sich bei der Fasching (
auch: Karneval oder Fastnacht ) um ein rein katholisches Fest. Mit
Fastnacht wurde die Nacht vor Aschermittwoch bezeichnet, also die
Nacht vor Beginn der Fastenzeit. Karneval wurde also früher an dem
Dienstagabend begangen, wo noch einmal so richtig Fleisch verzehrt
werden konnte.
Im 13. Jahrhundert wurde die Karnevalszeit ausgedehnt und erstreckt
sich von da an bis heute, vom Donnerstag bis zum Dienstagabend vor
Aschermittwoch. Bereits lange Zeit vor dem 13. Jahrhundert wurde im
Vorfrühling ein Fest mit Masken, Mummenschanz, Geschrei und Getöse
gefeiert, um den Winter auszutreiben - Wind, Sturm, Kälte und Nebel
sollten dabei vertrieben werden. Von diesem Fest ist der Brauch
übrig geblieben, sich an Fasching zu verkleiden und Radau zu machen. |
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Fastnachtsonntag
Der Fastnacht-
/Karnevalssonntag wird auch mit Estomihi oder großer Fastabend
bezeichnet. |
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Fastnachtdienstag
Der
Fastnachtsdienstag wird auch als "die echte Fastnacht" bezeichnet,
weil der Karneval in der Nacht vor der Fastenzeit um 24 Uhr
endgültig vorbei ist. Rund um das Ende der Fastnacht gibt es viele
verschiedene Bräuche und Rituale - je nach Region: So wird
beispielsweise eine Strohpuppe ins Wasser geworfen oder symbolisch
verbrannt. Zu früheren Zeiten wurde ein Kind ausgewählt, welches die
Fastnacht verkörperte. Dieses Kind wurde von den anderen "gejagt"
und anschließend mit lautem Radau unter Stroh und Heu "begraben".
Nach diesem Ritual ging man zum "Leichenschmaus" und genoss das
letzte Essen mit Fleisch und Schmalz vor der Fastenzeit. |
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Funkenmariechen
den Ursprung des Funkenmariechens findet
man schon im dreißigjährigen Krieg (1618-1648). Während des Krieges
begleiteten Frauen die Regimenter, um diese mit verschiedenen Waren
zu versorgen. Daher kommet auch die traditionelle Uniform der
Funkenmariechen. Diese ist mit weißer Perücke, Dreispitzhut und
Uniformjacke an die Uniform der Soldaten aus dem 17. Jahrhundert
angelehnt.
Interessanterweise wurden die
Funkenmariechen im Karneval zuerst von den Männern dargestellt, da
diese Darbietung als großer scherz gedacht war. |
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Fastnachtsfarben
Die vier Fastnachtsfarben
ROT-WEISS-BLAU-GELB sind schon seit den ersten Fastnachtsjahren in
Mainz nachweisbar, ohne das man Herkunft und Bedeutung der Farben
genau kennt.
Eine durchaus interessante Deutung
weist auf die Trikolore der franz. Revolution mit den Farben
BLAU-WEISS-ROT hin, die um die Farbe GELB erweitert wurde.
Bekanntlich wurde die erste Mainzer Narrenkappe nach dem Vorbild der
Jakobinermütze gefertigt, die eine Kokarde in den Farben
BLAU-WEISS-ROT aufwies. Das GELB könnte als alte Kirchenfarbe oder
als eine der Farben, die im Kostüm der Clowns und Harlekine
dominierten, eingebracht worden sein. |
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Helau
Der Ruf "Helau" ist in vielen
Karnevalshochburgen verbreitet und somit der bekannteste unter den
Narrenrufen. Irrtümlicherweise wird er oft mit "ll" geschrieben,
diese Schreibweise ist jedoch falsch.
Über seine Entstehung gibt es
zahlreiche Erklärungsversuche: am Niederrhein soll das "Helau"
einmal Hirtenruf gewesen sein. Eine weitere Erklärung leitet "Helau"
von Halleluja ab. Manche behaupten auch, dass "Helau" auch "Hölle
auf" oder "hel auf" (hel = germanische Göttin der Unterwelt)
bedeuten kann, denn Karneval wird ja schon seit langer Zeit gefeiert
um den Winter und die bösen Geister, die bei der Öffnung der Hölle
auf die Erde kamen, zu vertreiben. Man kann sich mit Kostümen über
sie lustig machen. |
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Kostüme
Der Tradition
konsequent folgend orientierte sich die Vielfalt der Kostüme in
moderneren Zeiten ebenfalls an den "Feinden des Christentums", worin
Karnevalskostüme wie Chinese, Cowboy, Indianer und Neger ihren
Ursprung haben. |
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Karnevalssitzungen
Seit es Anfang des 19. Jahrhunderts zur Reform
des Karnevals gekommen war, wurden die Versammlungen der Mitglieder
(zunächst nur Männer) eines Karnevalsvereins als Karnevalssitzung
bezeichnet. Bei diesen Zusammenkünften gab es - natürlich mit dem
gleichzeitigen Genuss von Bier, Wein und gutem Essen - amüsante
Vorträge und es wurden sentimental-freche Lieder und Karnevalslieder
gesungen. Im Laufe der Zeit übernahmen die Redner auch optisch die
Rolle, die sie zum Besten gaben. In der weiteren Entwicklung der
Karnevalssitzung kam es dazu, dass die Bütt zum Ort des Vortragens
der Büttenrede durch den Büttenredner wurde und die Sitzung durch
den
Elferrat
geleitet wurde. Der Elferrat mit Narrenkappe als Vorstand der
Karnevalssitzung parodiert spöttisch die Jakobiner während der
Französischen Revolution. Irgendwann wurden dann auch Frauen
zugelassen und es entstanden sogar eigene Frauensitzungen |
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Karnevalsvereine
Karnevalsvereine
wurden unter anderem gegründet, um das närrische Treiben während der
Faschingszeit in relativ
geordnete Bahnen zu bringen. Vor allem in den Karnevalshochburgen
gibt es zahlreiche Karnevalsvereine, die in Verbänden und Komitees
zusammen die karnevalistischen Veranstaltungen, Umzüge und
Feierlichkeiten planen, organisieren und koordinieren.
Aber auch in den kleineren Gemeinden in Deutschland sind meist
Karnevalsvereine zu finden. Oft gehören zu den Karnevalsvereinen
auch noch Musikgruppen oder Tanzgarden, die bei den Umzügen und
Veranstaltungen auftreten. |
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Lasterallegorese
In
der Fastnacht kann in der Narrheit den natürlichen Trieben ungehemmt
nachgegangen werden. Den Narren wurden die Laster zugeschrieben, was
im Mittelalter durch die Lasterallegorese dargestellt wurde. - Die
Lasterallegorese stellt die niederen Triebe des Menschen mit Tieren
gleich: Die Hoffart oder auch der Hochmut (lat. superbia) wird dem
Pfau oder dem Pferd zugeschrieben. Für den Neid (lat. invidia) steht
der Drache. Der Löwe symbolisiert den Zorn (lat. ira). Geiz (lat.
avaritia) wird durch den Fuchs und Unkeuschheit (lat. luxuria) durch
den Hahn oder den Bock verkörpert. Der Bär oder das Schwein werden
als Sinnbild für die Unmäßigkeit (lat. gula) angesehen. Der Esel
steht für die Trägheit (lat. acedia). Besonders in der alemannischen
Fastnacht kommen diese Tiere immer wieder in Form von Attributen,
Kostümen, Kopfmasken, Requisiten und Motiven vor. |
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Narrenkappe
Die Narrenkappe ist
wohl eine der ältesten Kopfbedeckungen im Karneval. Sie wurde von
den Schalknarren, die kahl geschoren waren, getragen und wird auch
mit dem Begriff "Gugel" bezeichnet (von lateinisch "cucullus"). Die
klassische Narrenkappe hatte eine runde Form und war mit Eselsohren
und Hahnenkamm dekoriert. Der Hahnenkamm bestand aus einem zackig
geschnittenen, roten Tuchstreifen, der vom Nacken bis zur Stirn
reichte. Bekannt wurde die Narrenkappe auch durch Till Eulenspiegel,
wo sie einen Teil der Kleidung darstellte.
Die modernen Narrenkappen entstanden auf Anregung eines Preußen
Generalmajor Karl Heinrich Maximilian Baron von Czettrich und
Neuhaus, der in Köln am 14.01.1827 die Einführung von Narrenkappen
vorgeschlagen hatte. Diese Narrenkappen sollten dazu dienlich sein,
die Narren, welche von der obrichkeit argwöhnisch beobachtet wurden,
leichter erkenntlich zu machen. Als Vorbild der Narrenkappen diente
die Jakobinermütze, die wiederum auf die phrygische Nütze
zurückging. Das auffälligste Kennzeichen der ersten modernen
Narrenkappen war die an mindestens einer Stelle nach vorne gebogene
Spitze, eben ein typisches Merkmal der phyrgischen Mütze. Hinzukamen
übertriebene Dekorationen mit bunten Steinchen, Fasanenschwanzfedern
und ähnlichem, was die lächerliche Eitelkeit der Narren
versinnbildlicht. Die Mainzer übernahmen diesen Brauch, als sie 1838
ihre Fastnacht organisierten. |
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Narrenkleid
Neben der
Narrenkappe gehörte das Narrenkleid zur Ausstattung der
Schalknarren. - Der Narr hatte um den Hals einen breiten Kragen.
Seine Kappe, sein Gürtel, die Ärmel seines Gewandes, die Hose und
die Schuhe waren mit Schellen versehen. Zur weiteren Ausstattung des
Narren gehörte auch ein Szepter - der so genannte Narrenkolben, der
anfänglich wohl nur aus einem einfachen Rohrkolben bestand. Später
kam dann das Narrenszepter mit geschnitztem Narrenkopf (oft
ausgestreckte Zunge), das auch als Marotte bezeichnet wurde. |
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Narrenschiff
Das Narrenschiff
bildet das karnevalistische Pendant zur Versinnbildlichung der
Kirche als Schiff des Heils. Das Narrenschiff ist damit das Schiff
des Unheils. Es fährt ohne Steuermann, ohne Kompass, ohne Mast und
ohne Segel. Urheber des Sinnbilds des Narrenschiffs sind die
Franziskaner. Als Passagiere für das Narrenschiff kommen nur Narren
infrage, denn niemand wird so dumm sein, sich einer solchen
Schicksalsgemeinschaft auszuliefern.
Am Aschermittwoch ist es Zeit für den Umstieg vom Untergang
geweihten Narrenschiff auf das Heil bringende Kirchenschiff. In
diesem Zusammenhang gibt es eine Reihe von Bräuchen zum
Fastnachtende, wo Narrenschiffnachbildungen und die in deren
Tradition stehenden Rosenmontagsaufbauten verbrannt werden. - Bei
Umzügen früherer Frühlingsfeste gab es den so genannten
Schiffskarren carrus navalis, der das Narrenschiff als Vorbild hatte
und später Vorlage für die Karnevalswagen war. |
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Orden
Eines der ursprünglichen ziele für die
Verleihung von Fastnachtsorden war das lange zeit dem Adel und dem
Militär vorbehaltene Ordenswesen zu persiflieren. die Tradition geht
auf das 19. Jahrhundert zurück, als sich die Narren mit dem Tragen
absurder Orden über die militärischen Abzeichen der Preußen lustig
machten.
Doch nach relativ kurzer Zeit gab es
eine wahre Ordens-Renaissance. Viele Orden sahen wieder aus, als
seien sie wirklich welche. Erst nach dem Ersten Weltkrieg gestaltete
man sie mit närrischer Phantasie. Gekreuzte Schwerter ersetze man
durch Narrenzepter, der deutsche Adler machte der Eule Platz, lokale
Motive fanden Einzug und heute sind die Orden kleine Kunstwerke. |
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Rosenmontag
Der
Fastnachtsmontag wurde erst nach 1823 als Rosenmontag bezeichnet.
Der Name wurde in Köln vom Rosensonntag (Laetare) abgeleitet, der
seinen Namen wiederum den Päpsten verdankt, die am Mittfastensonntag
eine goldene "Tugendrose" weihten, die einer besonders um den
Glauben verdienten Persönlichkeit verliehen wurde.
Im
Jahr 1823 wurde vom planenden Komitee in Köln, welches am vierten
Fastensonntag (Laetare oder Rosensonntag) tagte, erstmals ein
Karnevalsumzug für den Montag nach dem Fastnachtssonntag
organisiert. Aus dem Tagungstag des Gremiums in Verbindung mit dem
Veranstaltungstag des Umzuges entstand schließlich hierzulande der
Begriff Rosenmontag bzw. Rosenmontagsumzug. |
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Rosenmontagsumzüge
Bereits seit dem 15 Jahrhundert werden am Rosenmontag an vielen
Orten Maskenumzüge durchgeführt. Seit dem 19. Jahrhundert steht vor
allem die Politik im Fokus der Rosenmontagszüge in Köln, Düsseldorf
oder Mainz. - Das Rheinland wurde 1806 von Napoleon besetzt und die
Menschen halfen sich damit, während der Umzüge über die Besatzer
herzuziehen. Unterstützt wurde dieses Aufbegehren durch die
"Verkleidung" der Leibgarde des Karnevalsprinzen. Die Uniformen der
Leibgarde ähnelten denen der Stadtsoldaten oder der Bürgerwehr.
Heute wird bei den Rosenmontagsumzügen mit aufwändig gestalteten
Festwagen mit riesigen Pappmascheefiguren bestückt
satirisch/ironisch/komisch auf Missstände im Land hingewiesen.
Bei den Rosenmontagsumzügen werden die Festwagen und Fußgruppen von
den Zuschauern, die links und rechts die Straße säumen, bejubelt. In
Köln und Aachen mit dem "Schlachtruf" Alaaf. Helau heißt es hingegen
in Mainz, Düsseldorf und in den meisten anderen deutschen Städten
und Gemeinden. Wo gut "gebrüllt" wird, werden die Zuschauer in der
Regel mit Süßigkeiten belohnt, die von den Wagen geworfen werden.
Ursprünglich wurden nur Karamellbonbons geworfen, weshalb auch heute
noch oft "Kamelle" gerufen wird, um die Freigiebigkeit der Narren
auf den Wagen zu erhöhen |
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Sainawwels-Kätt
Der Volksmund berichtet,
dass in früheren Jahren in Bürstadt eine Frau gelebt
habe, deren Name Katharina Schweinenabel war - die
Sainawwels-Kätt.
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- Nähere Einzelheiten
über ihr Wirken und Tun liegen nicht vor - dennoch ist
sie im Laufe der Jahre zu einem Symbol für die Stadt
Bürstadt geworden und wird schon seit Jahrzehnten
beispielsweise als Leitbild des traditionellen Umzug
am Fastnachtssonntag durch die Straßen gefahren.
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- Die Gründer der
Bürstädter-Mundart-Theatergruppe "Die Sainäwwel" haben
daher diesen Namen für die Gruppe ausgewählt, aus
Verbundenheit zu Heimatstadt und Dialekt.
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- Sogar Bürstädter
Bäcker haben im Februar 2006 Backwaren präsentiert,
die den Sainawwel in Lauge - und in süßer Form
darstellen. Der Künstlerverein lobte einen Wettbewerb
aus, bei dem die Mitglieder ihre Vorstellung des
Sainawwel zu Papier brachten.
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Straßenkarneval
Der Straßenkarneval
ist fast überall auf der Welt fester Bestandteil des Karnevals. -
Mit Straßenkarneval wird alles karnevalistische Treiben
zusammengefasst, das sich auf den Straßen abspielt. Dazu gehört das
Fastnachtsvergnügen der Verkleideten ebenso wie die Fastnachtsumzüge
und Rosenmontagsumzüge. Den Auftakt für den Straßenkarneval bildet
die Weiberfastnacht, der Karnevalssonntag, Rosenmontag und
Karnevalsdienstag nachfolgen |
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tollen Tage
Mittlerweile werden
die berühmten drei tollen Tage des Fasching an vier Tagen gefeiert:
Weiberfastnacht, Karnevalssonntag und Veilchendienstag waren früher
als die drei tollen Tage bekannt, bis nach 1823 der Rosenmontag
durch die Einführung des Rosenmontagszuges in Köln an Popularität
gewann und die tollen Tage von nun an insgesamt vier Tage umfassten,
wobei der Veilchendienstag etwas an Bedeutung verlor. |
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Till
Till Eulenspiegel verkörpert in der
Mainzer Fastnacht mittelalterliches Brauchtum und demokratisches
Emanzipationsbestreben. Mit Spiegel und Schellenmütze gewappnet
äußert er den kritischen Spott des neuzeitlichen Bürgers gegenüber
einer engstirnigen Obrigkeit - und das im Gewand eines Hofnarren aus
der Ritterzeit. |
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Tolitäten
Die Tolitäten
(Stadtprinzessin, Stadtprinz, Prinzenpaar), sind in vielen Regionen
das
Oberhaupt der
Narren in
Karneval, Fastnacht und Fasching.
Die Analogie zum
Adelstitel
Prinzessin/Prinz
ist beabsichtigt und äußert sich auch in Handlungen und dem
Erscheinungsbild.
Dies obliegt dem
jeweiligen Heimatgremium und/oder Festausschuss/etc. und der damit
verbundenen Region.
Die Amtszeit einer "Tollität" beginnt mit seiner/ihrer
Inthronisierung/Proklamation. In der Regel ist es jedoch so, dass
die "Amtsperiode" einer Tollität endet, wenn die nachfolgende
Tollität proklamiert ist. Die Handhabung ist aber von Ort zu Ort
unterschiedlich.
Sie regiert
alleine, als Prinzenpaar, in einem
Dreigestirn
oder mit einem
Zeremonienmeister.
Sie ist aber immer die wichtigste Person und regiert die fünfte
Jahreszeit. Vielfach wird die Tolität auch von einem Hofstaat oder
auch Gefolge - wie beispielsweise dem
Elferrat -
begleitet, was eine Persiflage auf die Hofbediensteten wirklicher
Adelshäuser darstellt. Es gibt Hofnarren, Hofdamen, den Mundschenk,
den Schatzmeister etc. Die Mitglieder des Hofstaates unterstützen
die Tolität bei repräsentativen Pflichten, zudem sind Ihnen in der
Regel auch organisatorische Aufgaben zugewiesen.
Beispiele für
Regierungsformen
Die Tollität
gilt zusammen mit seinen gegebenenfalls vorhandenen Mitregenten als
Symbol der
närrischen
Herrschaft
der jeweiligen
Karnevals-, Fastnachts- und Faschingshochburg.
In manchen
Städten und
Gemeinden
genießt Sie sogar besondere
Privilegien.
Das Amt ist mit vielen repräsentativen Pflichten und besonders in
den karnevalistischen Hochburgen auch mit nicht unerheblichen Kosten
verbunden. Da jedoch große öffentliche Aufmerksamkeit erzielt, wird
er/sie in vielen Orten dabei auch von örtlichen Sponsoren
unterstützt.
Wo dieser
Brauch
stattfindet, wird er sehr ernsthaft durchgeführt und es ist für
jeden Amtsträger (Prinz,
Prinzenpaar,
Dreigestirn)
eine besondere
Ehre dieses
Amt zu übernehmen. Die Tolität wird für die Dauer der Karnevalszeit
zu einer Person des öffentlichen Lebens seiner Stadt, dessen
Anwesenheit bei gesellschaftlichen Anlässen, auch über die
Karnevalsveranstaltungen hinaus, hochgeschätzt wird |
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In
jedem Jahr gab es ein Anhänger/Anstecker als
"Ticket" für den Besuch des
Bürstädter-Fastnachtsumzugs.
Seit dem Jahr
2000 wurden die Umzugspins "reformiert" und gleichen immer dem AG
Orden. So kann nun jeder die
Miniversion des AG-Ordens als Pin käuflich erwerben und damit
die Bürstädter Fastnacht
unterstützen.
Die
Pins erhält man jeweils vorab über
unsere Vorstandsmitglieder, über die Bürstädter Vereine oder am
Umzugstag selbst zum Preis von 1,50 €. |
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Peter Noll, so
hieß er nämlich, ist zwar nie der Zusatz „der Große“ verliehen
worden, aber verdient hätte er ihn allemal. Denn er ist der
„Vater“ aller Bürstädter Prinzenpaare, Prinzessinnen und
Prinzregenten
Im Jahre 1949
ließen sich Peter Noll und Lisa Engel als Peter I. und Lisa
von Weilburg als erstes Prinzenpaar der Nachkriegsgeschichte
in Bürstadt ausrufen. Dieses eher noch inoffiziell zu
betrachtende närrische Paar regierte bis zur Gründung der
Vereins AG im Jahre 1953 wo es dann offiziell von allen
Vereinen in der AG als Prinzenpaar Anerkennung fand.
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Zahl 11
Die Karnevalszeit
beginnt seit dem 19. Jahrhundert am 11.11. um 11.11 Uhr. Die Zahl
Elf gilt als Narrenzahl und eignete sich damit besonders gut. -
In der christlichen Zahlenmystik gilt die Elf als Zahl der
Maßlosigkeit und der Sünde. Sie ist teuflisch, da sie das
überschreite, was anhand der 10 Finger menschlicher Hände und der
von Gott gegebenen Zehn Gebote fassbar ist. Da im Mittelalter jeder
als Narr angesehen wurde, der die Zehn Gebote überschritt, wurde die
Elf zur Kennzahl aller Narren. Aber auch die reinen Buchstaben des
Wortes "Elf" hat der Karnevalist mit sinn gefüllt, sind sie doch ein
verweis auf die Parolen der Französischen Revolution "Egalité
(Gleichheit)", Liberté (Freiheit) und Fraternite
(Brüderlichkeit). Insofern
unterstreicht schon das Schriftbild der "Elf", dass alle Menschen
unter der Narrenkappe gleich sind. Aber auch als Ziffer demonstriert
die "Elf" die Gleichheit der narren, denn die beiden Einsen der Elf
sind völlig gleich. Hinzukommt, dass nach dem 11.11. ( Martini / St.
Martin ) früher die Winterfastenzeit begonnen hat und am letzten Tag
vor der Fastenzeit die Welt noch einmal "auf den Kopf gestellt"
wurde, ähnlich wie am letzten Abend vor Aschermittwoch.
Mit Beginn der Fastnacht werden der Karnevalsprinz gewählt und
einige Bräuche - wie das Fastnachterwecken - belebt.
Wenn das Dreikönigsfest am 06. Januar vorbei ist, ist offizieller
Start der närrischen Zeit. - Ab dem 07. Januar werden
Karnevalssitzungen und Bälle veranstaltet. |
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