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Alte Fastnacht
Die Fastenzeit
beginnt seit dem 11 Jahrhundert (Synode von Benevent 1091) am
Aschermittwoch und umfasst einen Zeitraum von 40 Tagen. Bei dieser
Rechnung werden die sechs Sonntage nicht mitgezählt, da diese
keine Fastentage sind. Vor dem 11. Jahrhundert wurde auch an den
Sonntagen gefastet. - Zu dieser Zeit fing die Fastenzeit nämlich
erst später an, am Dienstag nach dem heutigen Aschermittwoch. In
einigen Regionen hielten vor allem die Bauern an dieser Regel
fest. - Aus diesem Grund wird heute noch in Baden oder in der
Schweiz die "Bauernfastnacht" oder "Alte Fastnacht" gefeiert, wenn
die Fastenzeit eigentlich bereits begonnen hat. |
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Fasching im Kloster
In den Klöstern
wurde ebenfalls Fastnacht gefeiert und zwar nicht nur von den
Männern, sondern auch bei den Stiftsfrauen und Nonnen. Vieles was
im normalen Klosteralltag verboten war, war zu dieser Zeit
erlaubt. - So gibt es Berichte aus dem Jahr 1729 von einer Nonne
aus einem rheinländischen Kloster, in denen die Rede von
Schokolade, Tee, Kaffee, Glücks- und Kartenspiel bis in die frühen
Morgenstunden ist. Visitationsprotokolle aus dem 16. und 17.
Jahrhundert stellen gleichfalls übervoll gedeckte Speisetafeln,
Wein und Tanz kritisch heraus. In Kölner Klostern sollen sich die
Mönche und Nonnen im 16. Jahrhundert auch verkleidet haben. |
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Schwäbisch-Allemanische Fastnacht
Zwischen Neckar
und Bodensee werden ebenfalls am Rosenmontag Umzüge veranstaltet.
Die Tradition der so genannten Narrenmärsche gibt es bereits seit
dem Mittelalter. Mit unheimlichen Masken ziehen Hexen, Teufel oder
Tiere durch die Straßen und machen mit Rasseln, Peitschen oder
Schellen laut auf sich aufmerksam. Dabei haben die Narrengruppen
verschiedene Rufe, wie zum Beispiel "Narri-Narro". Rufen die
Narren "Narri" müssen die Zuschauer mit "Narro" antworten, dann
gibt es die begehrten Süßigkeiten als Belohnung. - Bei der
falschen Antwort kann auch schon einmal Sägemehl geflogen kommen. |
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Alpenländer Fasching
In den
Alpenländern herrscht zu Fasching die Hexe Perchta. Dabei
verkleiden sich Männer als böse oder gute Hexen und ziehen an
Fastnacht beim so genannten "Perchtenspringen" mit Rasseln und
Ketten lärmend durch die Orte. - Die guten Perchten sind an
Frauenmasken zu erkennen. Sie verteilen Süßigkeiten und Früchte.
Bei den bösen Perchten, die Teufelsmasken tragen, muss man sich
vor dem Blasebalg in Acht nehmen, damit blasen sie den Zuschauern
Asche oder Ruß ins Gesicht. |
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Kölner Karneval
Köln ist die
ultimative Karnevalshochburg Deutschlands. - Es gibt keinen
anderen Ort, wo der Karneval ausgiebiger und traditioneller
gefeiert wird als in Köln.
Auch in Köln beginnt der Karneval am 11.11. um 11.11 Uhr. Ab
Januar ist dann Zeit für den Sitzungskarneval, der in Köln mit
diversen Damensitzungen, Herrensitzungen, Prunksitzungen und
Kostümsitzungen umfassend begangen wird. An Weiberfastnacht um
11.11 Uhr gerät Köln dann in den närrischen Ausnahmezustand, wenn
der Straßenkarneval eröffnet wird.
In Köln haben sich die Kölner Karnevalsvereine zum Festkomitee
Kölner Karneval zusammengeschlossen, das die Programmpunkte des
Kölner Karnevals koordiniert und organisiert. Die angeschlossenen
Karnevalsvereine dieses Komitees stellen ebenfalls das Kölner
Dreigestirn und beteiligen sich umfassend an den offiziellen
Karnevalsumzügen. Um als Karnevalsverein Mitglied im Festkomitee
zu werden, müssen strenge Auflagen erfüllt werden, so müssen
beispielsweise zwei Karnevalsvereine, die bereits Mitglied sind,
bürgen. |
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Mainzer Fastnacht |
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die Anfänge
Die Mainzer
Fastnacht hat eine lange Tradition, die bis ins 16. Jahrhundert
zurückreicht, wo es bereits närrisches Treiben in Mainz gegeben
hat. Die ersten Mainzer Fastnachtsvereine wurden allerdings erst
im 19. Jahrhundert gegründet.
Im Jahr 1837 wurde vom Mainzer Kaufmann Nikolaus Krieger der
Narrenzug "Krähwinkler Landsturm" organisiert. - Der "Krähwinkler
Landsturm" war ein Vorläufer des heutigen Rosenmontagsumzugs, der
von einer 15-Mann-starken närrischen Bürgerwehr begleitet wurde.
Aus der Bürgerwehr entstand noch im selben Jahr auf das Bestreben
des Mainzer Großkaufmanns Johann Kertell die Mainzer Ranzengarde.
In den närrischen Statuten wurde festgelegt, dass ein
Ranzengardist mindestens 2 Zentner brutto auf die Waage bringen
musste oder einen Bauchumfang von 6 Fuß nachweisen musste. - Auf
diese Weise wurden die langen Kerls von Preußenkönig Friedrich
Wilhelm ins Lächerliche gezogen. Der Name Ranzengarde leitet sich
im Übrigen auch von der Tatsache der dicken Bäuche (Ranze) ab.
Im Jahr 1838 wurde der Mainzer Carnevalsverein (MCV) gegründet,
wobei die Ranzengarde den "militärischen Schutz" der ersten
Sitzungen übernahm und fungierte gleichzeitig auch als Leibgarde
des Prinzen Carneval. Die Statuten des Mainzer Carnevalsvereins
wurden durch die hessische Provinzalregierung genehmigt. Zu den
Aufgaben des Mainzer Carnevalsvereins gehörte es dem bisher
unorganisierten närrischen Treiben in Mainz eine Ordnung, eine
ästhetische Aufmachung, eine veranstaltete Form und damit eine
gewisse Kontrollierbarkeit zu geben.
Der Mainzer Carnevalsverein organisierte nun auch den
Fastnachtsumzug. Dabei stand das Prinzip von "Frohsinn und Wohltun"
im Mittelpunkt.
Politik spielte zu diesen Zeiten in der Mainzer Fastnacht keine
Rolle. - So wurde beispielsweise auf den ersten
Rosenmontagsumzügen die Hochzeit zwischen Jungfrau Mognutia und
König Carneval gefeiert oder gemeinsam die Geburt von Hanswurst
aus einer überdimensionierten Weinflasche auf dem Marktplatz
erlebt.
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in der heutigen
Zeit
Die Mainzer
Fastnacht beginnt am 11.11. um 11.11 Uhr, wenn der
Oberbürgermeister vom Balkon des Osteiner Hofes die elf
Fastnachtsgesetze vorliest. Der Startschuss für den
Sitzungskarneval fällt allerdings erst nach dem Narrenumzug an
Neujahr. Von da an steigert sich das Mainzer Fastnachtstreiben
kontinuierlich bis es am Rosenmontag mit dem Umzug seinen
Höhepunkt erreicht.
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Mainzer
Saalfastnacht
Bei der Mainzer
Saalfastnacht, wovon die Fastnachtssitzung "Mainz bleibt Mainz,
wie es singt und lacht" alljährlich bundesweit im Fernsehen
übertragen wird, steht politischer Spott mit im Vordergrund.
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Straßenkarneval
Der
Straßenkarneval der Mainzer Fastnacht findet hauptsächlich am
Fastnachtssamstag, Fastnachtssonntag und Rosenmontag statt, wobei
der Rosenmontagsumzug eindeutig das Highlight der närrischen
Feierlichkeiten bildet:
Der heutige Rosenmontagsumzug der Mainzer Fastnacht erstreckt sich
über 7 Kilometer. Zu den Beteiligten zählen 15 Karnevalsvereine,
25 Garden, zahlreiche Musiker und Musikformationen, Reiter,
Zugpferde, über 100 närrische Wagen, politische Motivwagen,
Traktoren und Zugmaschinen sowie Fahnen- und Schwellkopp-Träger.
Der Mainzer Rosenmontag gehört damit zu den größten
Karnevalsumzügen der Welt und zieht jährlich fast eine halbe
Million Schaulustige in die Stadt. Internationales Flair bekommt
der Mainzer Rosenmontagsumzug nicht zuletzt durch teilnehmende
Samba-Gruppen aus Lateinamerika |
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Narren- / Rügengericht
Zu den
Fastnachtssitten im Sinne von Spott- und Rügebräuchen zählen neben
Beschimpfung, Verspottung durch Nachahmung und ähnliches auch die
Narrengerichtsverhandlungen - also Rügegericht oder Narrengericht.
Beim Narrengericht wird ein vermeintlicher "Angeklagter"
vorgeführt und muss sich verteidigen. Wie beim richtigen Gericht
werden Zeugen vernommen und letztendlich ein Urteil gesprochen. |
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Schlüsselübergabe (im rheinischen
Karneval)
Die symbolische Schlüsselübergabe des Rathauses
oder der Stadt an den Prinzen Karneval oder an die Frauen zu
Weiberfastnacht gehört als festes Ritual zum rheinischen
Karneval. - Die Übergabe eines Schlüssels ist immer ein äußeres
Zeichen einer Machtübergabe an einen Mächtigeren oder an einen
Nachfolger. In der Narrenzeit bringt die Schlüsselübergabe
symbolisch die zeitlich beschränkte Geltung des Narrenrechts zum
Ausdruck |
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Fastnachtshühner
Der Genuss von
Eiern fiel in früheren Jahrhunderten unter das Fastengebot, weil
Eier als flüssiges Fleisch angesehen wurden. Aus diesem Grund
wurden an Fastnacht die so genannten Fastnachtshühner abgegeben
und verzehrt. - So kam es zu einer drastischen Einschränkung in
der Eierproduktion während der Fastenzeit. Die Eier, die trotzdem
in der Fastenzeit anfielen, wurden gesammelt und aufbewahrt. Einen
Teil der Eier hat man hart gekocht, gefärbt und für die österliche
Eierweihe benutzt. Die anderen Eier wurden am Ostermontag zu
Eierspielen verwendet. Es gibt Belege dafür, dass um 1500 das
Eierwerfen ein Fastnachtsbrauch in Nürnberg war |
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Fastnachtskrapfen
Schon seit dem 16.
Jahrhundert wird an Weiberfastnacht Schmalzgebäck für die
Fastnacht hergestellt. Aus diesem Grund wird der Tag auch mit
"Fetter Donnerstag" oder "Schmalziger Donnerstag" bezeichnet. Im
Schwäbischen heißt der Tag "Schmolziger Dunschtig" (Schmalziger
Donnerstag). Damals stiftete der Stadtrat den Einwohnern
Mutzemandeln, Berliner oder Krapfen und die Klöster verteilten das
Schmalzgebäck an die Armen, damit auch diese sich vor Beginn der
Fastenzeit ausgiebig satt essen konnten.
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Rezept für Mutzenmandeln |
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Narrenrufe von A-Z
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